Über

Dominica

Dominica erfahren bedeutet: Linksverkehr. Und die Straßen sind gewöhnungsbedürftig.

Mehr über Dominica erfahren könnt Ihr hier. Als Erstes: Dominica und die Dominikanische Republik sind zwei grundverschiedene Orte. Der eine ist klein, der andere groß, auf der einen Insel wird Englisch gesprochen, auf der anderen Spanisch und sie liegen knapp tausend Kilometer auseinander.

 

Dominica ist ein eigener Staat in den Kleinen Antillen in der östlichen Karibik. Die Insel liegt zwischen den französischen Karibikinseln Guadeloupe im Norden und Martinique im Süden. Dominica ist 46,4 km lang und 25,6 km breit.

 

Die Insel gehört nach britischem Sprachgebrauch zu den „Leeward Islands“, welches der nördliche Teil der Inselgruppe ist, die im Deutschen und anderen Sprachen als „Inseln über dem Winde“ bezeichnet wird.

 

In der Sprache der karibischen indigenen Bevölkerung wurde Dominica in Anlehnung an das gebirgige Inselprofil Wai'tukubuli („Ihr Körper ist hoch“) genannt.

 

Das Eiland ist wild, üppig, zerklüftet und abenteuerlich.

Geografie

 

Dominica trägt den inoffiziellen Beinamen „the nature island“ (die Naturinsel) wegen ihrer üppigen und artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Einige der höchsten Berge der Kleinen Antillen, 365 Flüsse und Bäche sowie etliche Seen befinden sich auf der Insel. Die Berge sind vulkanischen Ursprungs.

 

Der Morne Diablotins (Teufelsberg) ist mit 1.447 m die höchste Erhebung Dominicas und der zweithöchste Berg der Kleinen Antillen. Er liegt im gleichnamigen Nationalpark und ist der am wenigsten bezwungene Gipfel der Insel. Ein weiterer Nationalpark rund um den Morne Trois Pitons (Berg der drei Gipfel), beeindruckt ebenso mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten.

 
Flora & Fauna

 

Sechzig Prozent der Insel sind noch immer mit ursprünglicher Vegetation bedeckt. 172 verschiedene Vogelarten können beobachtet werden, ebenso wie komplette Ökosysteme mit ihrer überwältigenden Vielfalt von Bäumen, Farnen und Moosen und unzähligen Lebewesen wie Leguane und Opossums. Giftige Tiere sind hier nicht bekannt. Zu entdecken gibt es jedoch die seltenen Papageienarten Sisserou (Amazona imperialis) und Jaco (Amazona aurasiaca), die man eher hört als sieht. Beide kommen nur in Dominica vor und gehören zu den vom Aussterben bedrohten Papageienarten.

 

 
Tourismus

 

1997 wurde der Nationalpark Morne Trois Pitons zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt und Filme wie „Der Fluch der Karibik II“, die auf Dominica gedreht wurden, leisteten einen weiteren Beitrag zur touristischen Entwicklung.

 

Die Insel bleibt jedoch Geheimtipp, da touristisch noch nicht weit erschlossen. Große Hotelanlagen und Resorts sucht man hier vergebens, ebenso ein ausgeprägtes Nachtleben. Dominica mit seinem erklärt grünen Tourismus wurde 2005 als erstes Land nach den Vorgaben der Organisation „Green Globe" zertifiziert und setzt vor allem auf Nischentourismus wie Bergwandern, Tauchen, Wellness in warmen Quellen - den Hot Tubs, Delphin-, Wal- und Vogelbeobachtung.

 

 
Klima & Reisezeit

 

Das Klima ist tropisch, gemäßigt durch nordöstliche Winde, mit schweren Regenfällen, die besonders in der Hurrikan-Saison zwischen Mai und November zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen können. An den Küstenregionen fallen die Temperaturen nur selten unter 29° C, wobei es in den Bergen kühler ist. Die touristische Hochsaison ist von Dezember bis Februar. Die feuchtwarmen Monate zwischen Februar und Mai eignen sich ebenfalls gut für den Urlaub, da der Niederschlag noch mäßig ist.

 

 
„RoseauWide“ von RufusTeleStrat at en.wikipedia. Lizenziert unter CC BY 2.5 über Wikimedia Commons
Anreise

 

Dominica verfügt über zwei Flughäfen: „Douglas-Charles Airport“ (DOM) und „Canefield Airport“ (DCF). Beide haben bislang keine internationale Zulassung für große Passagiermaschinen. Der „Douglas-Charles Airport“ hieß bis zur offiziellen Umbenennung am 27. Oktober 2014 „Melville Hall Airport“ und wurde in den letzten Jahren mit finanzieller Unterstützung der EU und Venezuelas erweitert und verfügt seit Ende 2010 über eine längere und breitere Start- und Landebahn sowie ein Instrumentenlandesystem.

 

Gute Verbindungen, um nach Dominica zu fliegen, gibt es via Guadeloupe, Martinique, Antigua und Barbados mit Air France, Air Caraibes oder Condor. Weiter geht es ab dort entweder mit der karibischen Fluglinie Liat oder mit der Fähre. Die Fährverbindung "L'Express des Iles" verkehrt regelmäßig zwischen Guadeloupe – Dominica – Martinique und St. Lucia. An gewissen Tagen kann man von Deutschland aus über Paris (Charles de Gaulle) fliegen und muss dabei keinen Flughafen-Wechsel vornehmen (Charles de Gaulle - Orly).

 

Für die Einreise nach Dominica und einer Aufenthaltsdauer von bis zu 90 Tagen benötigen deutsche Staatsangehörige einen Reisepass mit Gültigkeit von 6 Monaten über die Reise hinaus. Ein Visum wird nicht verlangt. Flugreisende sollten im Besitz eines Weiter- oder Rückflugtickets sein. Pflichtimpfungen für die Einreise nach Dominica sind nicht vorgeschrieben.

 

 
Politik & Geld

 

Der Staat Dominica mit Hauptstadt Roseau ist Mitglied des Commonwealth of Nations und seit 1978 eine parlamentarische Republik mit einem Einkammerparlament. Landeswährung ist der Ostkaribische Dollar (XCD), genannt EC Dollars = East Caribbean Dollar, der zum Kurs von 1 USD = 2,70 XCD fix an den US-Dollar gebunden ist, welcher auch weitgehend als Zweitwährung akzeptiert wird.

 
von Michael Rose Schaengel89 [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
Image extracted from page 158 of volume 2 of A Historical Geography of the British Colonies, by Charles P. Lucas. Original held and digitised by the British Library, via Wikimedia Commons
Kultur & Sprache

 

Dominica hat ungefähr 72.000 Einwohner. Etwa 80 % der Bevölkerung sind katholisch und 15 % protestantisch. Voodoo und voodooähnliche Religionen sind ebenfalls verbreitet und werden oft parallel zu den christlichen Religionsbekenntnissen ausgeübt.

 

Die dominicanische Bevölkerung teilt sich in rund 86 % Afrikaner, 10 % Afroeuropäer, 3 % Kariben und 1 % Europäer.

 

Neben der Amtssprache Englisch ist Antillen-Kreolisch, von den Einwohnern Patwa (Patois) genannt, als Umgangssprache verbreitet.

 

Auf Dominica leben ungewöhnlich viele Zentenare, also Menschen jenseits der hundert Lebensjahre.

 
 
Geschichte

 

Dominica wurde am 3. November 1493 von Kolumbus auf seiner zweiten Reise entdeckt, er ging jedoch nicht an Land. Kolumbus benannte die Insel nach dem Wochentag ihrer Entdeckung, einem Sonntag (spanisch Domingo). Die Bewohner fürchteten sich offenbar vor Leuten, die aus Carib oder Canib kamen, wodurch das Wort Caniba oder Kannibalen ins Spanische und von dort in viele andere Sprachen vordrang. Die auf dem Festland lebenden Kariben wurden von Ethnologen weiterhin so bezeichnet, die übrigen Gruppen erhielten den Namen „Insel-Kariben“.

 

Dominica war wegen des besonders starken Widerstands der Ureinwohner die letzte von Europäern kolonialisierte karibische Insel. Zwischen 1400 und 1700 wurden die karibischen Inseln ausschließlich von Kariben kontrolliert, bis Dominica ihr letztes Rückzugsgebiet wurde und tausende deportiert wurden. Im Jahr 1763 übergaben die Franzosen die Insel an Großbritannien, welche sie 1805 zur Kolonie erklärten. Die Verwaltung erfolgte durch das Government of Grenada, doch erhielt Dominica 1768 eine eigene gesetzgebende Versammlung. Nach einem fünfjährigen französischen Intermezzo (1783–88) kam die Insel wieder an Großbritannien. 1784 kam es zur Maroon-Revolte, 1831 erhielten alle Nicht-Weißen volle Bürgerrechte, 1834 wurde die Sklaverei abgeschafft. Hauptexportprodukt war zu dieser Zeit Kaffee, der rund ein Drittel des Ausfuhrwertes ausmachte.

 

1865 wurde die Insel zur Kronkolonie erhoben, umgesetzt wurde dies praktisch erst 1898. Erst 1938 gab man dem politischen Druck nach und Parteiengründungen wurden erlaubt. 1951 schaffte man dasjenige Wahlrecht ab, das sich am Vermögen orientierte, und ersetzte es durch ein gleiches Wahlrecht. 1957 erhielt die Insel ihren ersten Chief Minister. 1957/58 entstand die Westindische Föderation, die jedoch 1962 aufgelöst wurde. 1967 erhielt die Insel eine begrenzte Selbständigkeit, wobei die Verteidigungs- und Außenpolitik bei Großbritannien verblieb. Am 3. November 1978 wurde schließlich die Unabhängigkeit von Großbritannien proklamiert, seit dem 8. Dezember 1978 ist Dominica Mitglied der Vereinten Nationen.

 

Wissenswertes über die Karibikinsel Dominica

Lage:

Kleine Antillen in der östlichen Karibik

 

Flughäfen:

Douglas-Charles Airport (DOM)

Canefield Airport (DCF)

Sprache:

Englisch

 

Währung:

Ostkaribischer Dollar (XCD)

Zeitzone:

UTC−4  (5 Stunden früher als die MEZ)

 

Reisezeit:

November bis Mai

© 2015

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